Ein paar Texte

Der Mond ist auf gegangen
Du bist gegangen, die Tür ist zu,

jetzt hab ich erstmal vor Dir Ruh.

        Der Mond ist auf gegangen und scheint mir ins Gesicht,

        ich denk an dich und merke: So schlimm ist das nicht.


Ich hab´ mich doch so an Dich gewöhnt,

Wir hatten uns fast schon wieder versöhnt.

         Der Mond ist auf gegangen und scheint mir ins Gesicht,

         ich denk´ an dich und merke: So schlimm ist das nicht.


     Dumm gelaufen, mit uns zweien,

     denk´ ich zurück, fällt mir der Stress wieder ein.

     Doch so langsam seh´ ich das gelassen,

     wichtig ist: Leben - und leben lassen.


Ich geh ins Bett, hab jetzt viel mehr Platz,

ein bisschen zu viel, für meinen Geschmack.

         Der Mond ist auf gegangen und scheint mir ins Gesicht,

         ich denk´ an dich und merke: So schlimm ist das nicht.


Es wird heiß

Es wird heiß, die Flüsse sind leer, es wächst fast nichts mehr.

Trocken ist das Land, überall nur Sand.


Es wird heiß, es steigt das Meer, das Wasser kommt näher.

Die Sonne glüht weiss, an den Polen schmilzt das Eis.


        
"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein".
          Oh Reinhard, mit diesem Text, da liegst Du schief.
          Es wird geflogen, als gäb´s kein Morgen, weil es schnell und billig ist.

Es wird heiß, wir haben es gewusst,
es hat nichts genutzt.
Wir werden Schatten suchen u
nd die Enkel werden uns verfluchen.

Verrückte Zeiten

Kann es kaum noch begreifen, es sind verrückte Zeiten,
kaum schreck ich auf, ist alles wieder vorbei.
Ist die eine Kuh vom Eis, kommt wieder einer, der neues weiß,
ich werd´ so langsam noch irr.

Hab grad die Zeitung geholt, kaum gelesen ist sie schon überholt,
dabei ist sie noch druckfrisch.
Da wird so viel geschrieben, wär´ ich lieber im Bett geblieben,
aus der Zeitung tropft das Blut auf den Tisch.

       Ich bauch mal Ruhe, ich kann´s nicht mehr hören, hab´ von dem Terror genug.
       Ich brauch ´ne Auszeit von dem ganzen Treiben, hab´ selber Sorgen genug.

Die Arten sterben viel zu schnell, ich bau noch rasch ein Insektenhotel,
und wünsch ihnen "guten Flug".
Der nächste Eisberg schwimmt vor der Tür, Tropenseuchen stehen Spalier
und empfangen mich mit: "Mach´s gut!".

Gruselkabinett der Geschichte
Karl der Große und wie sie alle heißen, für die Völker eine Seuche ohne gleichen.
Lobeshymnen schrieb man und Gedichte, heute eher ein Fall für die Gerichte.


Kaiser, Eroberer, wie auch immer, je berühmter der Name, desto schlimmer.
Alles massakriert, alles verbrannt, vergewaltigt, verstümmelt, im fremden Land.

Es waren wirklich alles elende Wichte aus dem Gruselkabinett der Geschichte.

       Was da so in den Geschichtsbüchern steht, ist oft geschönt, ist oft verdreht.
       Da wird an Legenden gestrickt und ins rechte Licht gerückt.

Helden waren sie wirklich keine, eher Schlächter, hundsgemeine.
Jagten die Soldaten in den Tod hinaus, kamen mit Ruhm und Ehre nach Haus.

Es waren wirklich alles elende Wichte aus dem Gruselkabinett der Geschichte.

Erzähl mir ein Märchen
Erzähl mir ein Märchen aus uralten Zeiten, erzähl mir ein Märchen vom Glück.
Geschichten von Freude, Geschichten zum Lachen und vom verliebten Blick.

Erzähl mir von vergangener Liebe, Geschichten vom Schmerz,

erzähl mir von erlosch´nen Gefühlen und vom gebrochenen Herz.

       Geblieben sind von goldenen Zeiten ein Sonnenuntergang.

        Erinnerungsstücke, Gedächtnislücken, Illusionen von Anfang an.
       Du träumst einen Traum mit offenen Augen, erwachst nur dann und wann.
       Große Pläne, große Gefühle, alles im Sand zerann.

Erzähl mir mehr vom Sinn des Lebens, warum es ist wie es ist.
Erzähl mir von Göttern und ihren Geschichten und wo es noch welche gibt.

Erzähl mir ein Märchen aus uralten Zeiten, ein Märchen vom Glück,
erzähl mir von der guten Fee, doch die kommt nie zurück.

Pech, liebe Kinder
Pech, liebe Kinder, ihr kommt einfach zu spät,

keinen interessiert es, wie es Euch morgen geht.
Die ganzen Demos, die reißen´s nicht raus,
ihr habt schon verloren, es nimmt seinen Lauf.

Das große Rad, das ist jetzt in Schwung

und überrollt alt und jung.
Stürme, Fluten, die ganzen Elemente
zeigen Euch den Anfang vom Ende.

Die Politik steht dabei am Rand,

weh tun darf es keinem im Land.
Große Sprüche, das einzige was zählt,
ist, man wird wiedergewählt.

Pech, liebe Kinder, ihr kommt einfach zu spät,

keinen interessiert es, wie es Euch morgen geht.
Die ganzen Demos, die reißen´s nicht raus,
ihr habt schon verloren, es nimmt seinen Lauf.

Seit 100 Jahren sind wir mitten drin, wir kriegen einfach alles hin.
Zurückstecken, das will keiner, die Chancen werden immer kleiner.
Müll und Gift wohin ich seh´, alle warten auf die rettende Idee.
Alles ist schimmer, als es scheint, wir haben es doch wirklich nur gut gemeint.

Und sollte der Klimawandel doch zu stoppen sein

und ihr steht da mit dem Heiligenschein,
dann schaut mal kurz hinaus aufs Meer,
lauter Plastik, man sieht das Wasser kaum mehr.

Pech, liebe Kinder, ihr kommt einfach zu spät,

keinen interessiert es, wie es Euch morgen geht.
Die ganzen Demos, die reißen´s nicht raus,
ihr habt schon verloren, es nimmt seinen Lauf.

Es ist einfach hart
Ein Mittel gegen Alzheim, ein Mittel gegen Gicht,

doch meinstens hilft beides nichts.
Ein Tröpfchen fürs Herz, ein Tröpfchen fürs Hirn,

es wird langsam trüb hinter der Stirn.
Egal was man sagt, es ist einfach hart.

Ein Leben lang geackert, ein Leben lang malocht,

die Rente reicht zum leben grad noch.
In den Gelenken knackt´s, die Muskeln werden schlapp,

beim Treppensteigen wird die Luft langsam knapp.
Egal was man sagt, es ist einfach hart.

Es gab mal ´ne Zeit, so lang her das auch ist,

da warst du knackig und frisch.
Doch jetzt komm zum Spiegel, schau und sieh,

so tiefe Falten hattest du noch nie.
Egal was man sagt, es ist einfach hart.
Egal was man sagt, es ist einfach hart.

Einfach zu viele
Wir tun unser Bestes, vermeiden den Müll,
sammeln Becher und Dosen, ein gutes Gefühl.
Bald acht Milliarden, so wird es geschätzt,

sind wir bald, so, wie die Menschheit jetzt wächst.
Wir bemühen uns redlich, haben ganz tolle Ziele,
das Dumme ist nur: Wir sind einfach zu viele.

Raus aus der Kohle ist schon mal nicht schlecht.

Weniger spritzen, den Insekten ist´s recht.
Resourcen schonen, die Häuser dämmen und, natürlich,
im kalten Schlafzimmer pennen.
Wir bemühen uns redlich, haben ganz tolle Ziele,
das Dumme ist nur: Wir sind einfach zu viele.

         Wir sollten eigentlich auf Zehnspitzen geh´n

         und überaus sachte mit der Erde umgeh´n.
         Doch wir trampeln wie die Ochsen umher,
         die heile Welt gibt´s schon lange nicht mehr.

Die Klamotten, die wir tragen sind second hand,

fahren e-bike statt Auto, liegen damit im Trend.
Wir kaufen nur noch verpackungsfrei und essen pro Woche
allerhöchstens ein Ei.
Wir bemühen uns redlich, haben ganz tolle Ziele, das
Dumme ist nur: Wir sind einfach zu viele.

Dritte Welt
Hin und wieder geht´s mir durch den Kopf,
was sind das für arme Teufel doch,
kaum geboren, schon verloren.

Sie verhungern, zigtausend, jedes Jahr,
alte, junge, verscharrt und das war´s,
chancenlos, hoffnungslos.

Revolutionen ohne Ende,
sie stehen da, blutige Hände,
man schießt sie zusammen,
sie kommen um in den Flammen.

Sie hausen in Städten, im Elendsquartier,
bei uns geht es besser manchem Tier,
sie leben im Müll, ihre Kinder sind still.

Lasst sie doch leben auf ihre Art,
wir haben nie ihre Interessen gewahrt,
sie haben ihre Kultur, wir bedrängen sie nur
mit unserem Mist, der keineswegs besser ist.

Fake News
Ist es Wahrheit, ist es echt
oder erzählt mir irgend jemand

einen Dreck,
Fake-News.

Wer erzählt mir irgendwas,
wer verschweigt mit dies und das,
wer verzapft hier seinen Mist,

ganz egal, wie blöd er ist,
Fake-News.

Fake-News landauf, landab,
Fake-News halten alle auf Trab,
Fake-News auf allen Kanälen,
jeder darf hier seinen Mist erzählen
.

Glaub ich was im internet steht,
oder was ich im Fernsehen seh´
,
Fake-News.

Geh´ ich der Zeitung auf den Leim,
ich trau´ ab sofort keinem mehr allein,
Fake-News.

Fake-News landauf, landab,
Fake-News halten alle auf Trab,
Fake-News auf allen Kanälen,
jeder darf hier seinen Mist erzählen.

Mathilde
Was waren das für Zeiten, Du und ich, wir liebten uns ganz fürchterlich,
wir küssten uns, wir hatten uns so gerne,
doch heute hau´n wir uns nur noch auf die Birne,
drum sag ich es Dir, ganz ganz milde:
Lass mich in Ruh, Mathilde.

Dein ewiges Gemecker, ich kann´s nicht mehr ertragen,
das schlägt mir wie ein Hammer ständig auf den Magen,
Du konntest doch so zärtlich sein, doch heute bist Du nur noch gemein,
drum sag ich es Dir ganz ganz milde:
Bleib mir vom Hals, Mathilde.

    Wunschlos glücklich, das warst Du nie, immer nur Klamotten,
    das Geld reichte nie,
    Urlaub, Autos, nur vom Feinsten,
    aber launisch selbst im Allerkleinsten.

Keiner wird jünger, das ist wahr,
doch immer nur schlampig und fettiges Haar,
übelgelaunt und zerzaust, ich will den Mann sehen, dem´s davor nicht graust,
drum sag ich es Dir noch einmal, ganz, ganz milde:
Ich hab genug, Mathilde.

Was waren das für Zeiten, Du und ich, wir liebten uns ganz fürchterlich,
wir küssten uns, wir hatten uns so gerne,
doch heute hau´n wir uns nur noch auf die Birne,
drum sag ich es Dir, ganz ganz milde:
Es ist vorbei, Mathilde.

Ich pack jetzt meinen Koffer und ich verschwinde.

Was war ist gewesen
Was war ist gewesen, tragen wir uns nichts nach,
was war ist gewesen, manchmal lieg ich nachts wach,
und frag´ mich, ob Du mich noch magst.

Was war ist gewesen, manchmal gibt es Streit,
was war ist gewesen, wegen einer Kleinigkeit,
doch kurz darauf, tut es uns leid.

Was war ist gewesen, wo läuft schon alles glatt,
was war ist gewesen, doch dann wendet sich das Blatt,
und es ist schön, wenn man sich wieder hat.

Irgendwann
Alle werden älter, das ist schön,
ist man gesund, überhaupt kein Problem,
hundert Jahre sind heut schon das Normale,

der Rententräger kriegt graue Haare,
doch irgendwann kommt jeder mal dran.

Es wird gut verdient am Alter, gar keine Frage,
heute ist man zu vielem in der Lage.

Da wirst du um und umgedreht,

solang bis das Gehirn nicht mehr geht,

doch irgendwann kommt jeder mal dran.

Mancher hat es wichtig und glaubt den ganzen Stuss,

von der ewigen Jugend, dass man nie gehen muss,
altes Gehirn in neue Körper gesetzt,
Blödsinn, es geht zu Ende jetzt.

Für manchen ist es nicht immer ein Segen,

das sogenannte längere Leben.
Hat es schwer genug gehabt,
jetzt dankt er endlich in Frieden ab,
ja
irgendwann kommt jeder mal dran.

Mancher hat es wichtig und glaubt den ganzen Stuss,
von der ewigen Jugend, dass man nie gehen muss,
altes Gehirn in neue Körper gesetzt,
Blödsinn, es geht zu Ende jetzt.